18 Schweizer Spitäler gründen ein nationales Cybersicherheits-Zentrum

Schweizer Spitäler ziehen gemeinsamen Schutzschirm auf: 18 führende Gesundheitseinrichtungen haben das «Healthcare Cyber Security Center» (H-CSC) gegründet. Der neue Verein soll Cyberangriffe auf Spitäler gemeinsam abwehren. 

Spitäler sind attraktive Angriffsziele für Cyberkriminelle, da Gesundheitseinrichtungen mit einer grossen Menge sensibler Daten arbeiten. Solche Angriffe können den Betrieb erheblich beeinträchtigen: Operationen müssten verschoben werden, Patientendaten wären nicht verfügbar, lebensrettende Geräte könnten ausfallen. «Im Gesundheitssektor können Cybervorfälle schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit von Menschen haben, was die Notwendigkeit umso dringlicher macht, sich besser gegen solche Angriffe zu wappnen», sagt GLP-Nationalrat Patrick Hässig, Initiator der Interpellation über den Stand des Schutzes der Schweizer Spitäler vor Cyberangriffen.

Sicherheit ist Teamarbeit

Der heute im Spital Thurgau gegründete Verein funktioniert wie ein Frühwarnsystem: Die Spitäler tauschen Informationen über Angriffe aus, entwickeln gemeinsame Schutzstandards und helfen sich bei Cyberattacken. Ziel ist es, die Reaktionsfähigkeit zu verbessern und gemeinsam auf digitale Bedrohungen zu reagieren. «Cyberangreifer arbeiten längst zusammen – wir Spitäler in dieser Frage noch zu wenig. Das ändern wir jetzt und überwinden diese Asymmetrie. Dank dem Verein H-CSC wird die Zusammenarbeit und der Austausch von Angriffsinformationen gefördert, sodass Spitäler besser gegen Cyberangriffe vorbereitet sind und schneller reagieren können», sagt Erik Dinkel, CISO des Universitätsspitals Zürich und Präsident des Vereins H-CSC.

Erste gesamtschweizerische Cybersicherheits-Initiative im Gesundheitssektor

Das H-CSC ist die erste landesweite Cybersicherheits-Initiative für Spitäler. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) empfahl die Gründung als Teil der nationalen Cyberstrategie, die auf koordinierter, nationaler Zusammenarbeit baut. Dazu sagt Urs Meier, CISO und Vertreter des Gründungsmitglieds Insel Gruppe: «Cybersicherheit bedeutet Patientensicherheit – diese Gemeinsamkeit aller Spitäler erfordert, auch die Herausforderungen gemeinsam anzugehen.» 

Zu den 18 Gründungsmitgliedern von H-CSC zählen Universitäts- und Kantonsspitäler sowie Kliniken aus allen Regionen der Schweiz. Eine Mitgliedschaft im Verein H-CSC steht ab dem 1. September 2025 allen Spitälern mit einem öffentlichen Leistungsauftrag offen.

Medienauskunft 

Sophie Nägeli, Generalsekretärin H-CSC
[email protected]
www.h-csc.ch